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Unsere Petition:
In Iran haben seit der Proklamation der Islamischen Republik im 1979 Tausende von Hinrichtungen stattgefunden. Amnesty International (ai) rechnet mit einer hohen Dunkelziffer. Iran untersteht der islamischen Rechtsprechung, der Scharia. Ein zwölfköpfiger Wächterrat wacht als Kontrollorgan für die Konformität von Gesetzen mit dem islamischen Recht. Zahlreiche Todesurteile werden nach Prozessen verhängt, die international anerkannten Grundsätzen für ein faires Gerichtsverfahren nicht entsprechen. Bei einem Großteil der Opfer handelt es sich um Mörder, Drogenhändler, Drogenabhängige und bewaffnete Oppositionelle.
NEUE HINRICHTUNGSWELLE IM IRAN
![]() © ai Iranische Nobelpreisträgerin Shirin Ebadi |
Nobelpreisträgerin Shirin Ebadi und sechs Menschenrechtsorganisationen, darunter Amnesty International, rufen in einem weltweiten Communiqué die Staatengemeinschaft und die Vereinten Nationen auf, gegen die Hirnrichtungswelle im Iran zu protestieren. Von der iranischen Justiz und vom Parlament fordern sie ein sofortiges Hirnrichtungsmoratorium. Seit Anfang 2011 sind nach unseren Informationen mindestens 86 Menschen hingerichtet worden. Bei mindestens acht der im Januar Hingerichteten handelt es sich um politische Gefangene. Sie waren wegen "Feindschaft gegen Gott" (moharebeh) verurteilt worden, weil sie an Demonstrationen teilgenommen hatten oder angeblich zu Oppositionsgruppen gehörten. |
"Es hat sich gezeigt, dass sich die iranischen Behörden nicht mehr damit zufrieden geben, diejenigen, die die Wiederwahl von Mohamoud Ahmadinejad in Frage stellen, durch Verhaftung und Verurteilung im Zaum zu halten - sie haben bewiesen, dass sie auch vor Hinrichtungen nicht mehr zurückschrecken", erklärte Ebadi."Sie bedienen sich der altbekannten Taktik, politische Hinrichtungen gleichzeitig mit Massenexekutionen von Gefangenen durchzuführen, die wegen krimineller Delikte verurteilt wurden. Die Zahl der Hinrichtungen können zunehmen, wenn die Welt weiter schweigt", fügte sie hinzu.
Die Hinrichtungszahlen steigen an, nachdem Ende Dezember 2010 das revidierte Betäubungsmittelgesetz in Kraft getreten war. Damals wurde es vom Schlichtungsrat entworfen und vom geistlichen Führer Ayatollah Ali Khamenei bewilligt. Die Behörden wollen den Drogenhandel verstärkt bekämpfen. 67 der im Januar 2011 Hingerichteten waren wegen Drogenhandels verurteilt worden. Die tatsächliche Zahl der Hinrichtungen dürfte noch höher sein, erklärten die Menschenrechtsorganisationen, es gebe glaubwürdige Berichte, wonach in Gefängnissen heimliche Hinrichtungen stattfänden.
Mehr als 70 jugendliche Straftäter warten insgesamt im Iran auf ihre Hinrichtung. Im Jahr 2007 wurden mindestens 6 minderjährige Straftäter im Iran hingerichtet. Mindestens 3 von ihnen waren auch zum Hinrichtungszeitpunkt unter 18 Jahren alt. Im Jahr 2007 haben die iranischen Behörden mehr als 300 Menschen hingerichtet - eine deutliche Zunahme gegenüber 177, deren Hinrichtung im Jahre 2006 bekannt wurde.
Attach:Mohammad-Reza_Haddad.pdf | Petition zum Herunterladen